Ausgabe 12/2004

14.06.2004

 

 

 

 

 

 

 

 


 

Ölpreis meldet

Sechswochentief!

 


 


Öl gibt Kaufsignal für Aktien

 

Nun hat er endlich nachgegeben, der Ölpreis, der in den letzten Wochen die Medien wie nur zu Zeiten der beiden Ölkrisen 1973/74 und 1979 beschäftigte. Nicht nur der OPEC-Beschluss über eine Ausweitung der Förderquoten, sondern auch bessere Zahlen über die momentanen US-Ölreserven trugen dazu bei. Und nicht zuletzt erwartet man sich im Nahen Osten von der Rückgabe der Souveränitätsrechte an den Irak etwas Entspannung.

Kaum sank der Ölpreis, besserte sich augenblicklich die Lage an den internationalen Aktienbörsen. Es wurde deutlich, dass in Ölpreisen von knapp 40 US-$ viel Spekulation und sicher auch irrationale Angst vor einer terroristischen Bedrohung des bisher bevorzugten Hauptlieferanten Saudi-Arabien enthalten war.

Eines muss freilich klar sein: der unerwartet stark gestiegene Ölpreis der letzten 12 Monate wird mit Sicherheit seine Auswirkungen auf die Weltkonjunktur haben. Sie war ohnehin nur ein zartes Pflänzchen, und Wachstumsverlangsamungen im 2.Halbjahr 2004 sind vorprogrammiert. Die Autokonjunktur in Europa musste bereits im Mai einen deutlichen Rückgang bei den Bestellungen hinnehmen. Außerdem werden wir in Zukunft mit einem durchschnittlich höheren Preisniveau beim Öl rechnen müssen als in den letzten beiden Jahrzehnten. Denn dass Öl knapp geworden ist, wird nicht nur am hohen Ölpreis deutlich, sondern auch an den Schätzungen der Ölmultis bezüglich ihrer langfristigen Vorräte. Royal Dutch Shell musste in den vergangenen 12 Monaten mehrmals tiefere Prognosen bezüglich der Vorräte abgeben. Auch der Geologe Colin Campbell, der bei Ölmultis jahrelang gearbeitet hat, ist der Meinung, dass die jetzt beschlossene Ausweitung der Fördermenge die letzte sein werde. Danach sei die Ölproduktion an ihren Grenzen angelangt. Es folge ein anhaltender Produktionsrückgang, und der Kampf um die letzten Ölreserven werde weltweit mit harten Bandagen geführt werden. G.W. Bushs Krieg um das Irak-Öl sei hier schon ein deutliches Signal.

 

Zurück